Make it happen: Vier Prinzipien für das Management komplexer Probleme (1/5)

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Sebastian Neus
Sebastian Neus

Wir starten mit dem ersten Teil unserer Serie und legen die Grundlage für den Umgang mit komplexen Problemen. Du erfährst, warum klassische Ansätze oft nicht greifen und welche Prinzipien dir helfen, trotzdem wirksam zu bleiben.

Klassische Projektmethoden stoßen bei komplexen Vorhaben schnell an ihre Grenzen. Mit vier Management-Prinzipien übernimmst du wieder das Steuer und kannst komplexe Produkte, Projekte oder Veränderungen in deinem Unternehmen erfolgreich umsetzen – mit klaren Rollen, schnellen Entscheidungen, Selbstorganisation und gelebter Lernkultur. Die vier Prinzipien in unserer Blog-Reihe sind sofort einsetzbar, denn wir geben dir konkrete Methoden an die Hand. Heute geht es mit dem ersten Teil unserer fünfteiligen Serie los und wir starten gemeinsam in das Thema.

Darum geht es

Mit komplexen Problemen ist jedes Unternehmen konfrontiert. Das Management dieser Probleme entscheidet über Erfolg oder Fehlschlag und über die dauerhafte Wettbewerbsfähigkeit deines Unternehmens.

Seit mehr als 25 Jahren beraten wir bei Conciso Unternehmen beim Umgang mit komplexen Problemen und Projekten, von Softwareentwicklungen über Prozessverbesserungen bis hin zu großen Change-Vorhaben und Organisationsveränderungen. In dieser Zeit haben sich immer wieder vier Prinzipien bewährt.

Die Prinzipien sollen dir dabei helfen, eine Daueraufgabe, ein Projekt oder Produkt in einem Kontext und unter abgestimmten Bedingungen zum Funktionieren zu bringen. Wir stellen jeweils beispielhafte Umsetzungsmethoden vor und ergänzen Checklisten, die im täglichen Umgang helfen.

Startpunkt: Magisches Dreieck

Beginnen wir mit den Basics: Jedes Projektmanagement arbeitet in einem Spannungsfeld aus Zeit, Umfang und Kosten, das oft als „magisches Dreieck“ beschrieben wird.

Diagramm des magischen Dreiecks im Projektmanagement mit den drei Einflussfaktoren Umfang, Zeit und Budget, die in einem Dreieck angeordnet sind; in der Mitte steht Qualität als Ergebnis ihres Zusammenspiels.

Änderungen an einem Faktor erfordern mindestens einen weiteren veränderten Faktor. Wächst beispielsweise der Umfang der Anforderungen, dann brauchst du mehr Zeit, um die gleiche Qualität zu liefern. Die Balance aus Zeit, Umfang und Kosten bestimmt also die Qualität des Ergebnisses.

Meistens kennst du den Wert des geplanten Ergebnisses, die Kostenschätzungen und die Qualitätsanforderungen. Dein Projekt ist umfangreich und kompliziert, aber alle wesentlichen Faktoren erscheinen dir plan- und kalkulierbar.

Kompliziert vs. komplex

Doch dann kommt der Tag des Kick-off, und deine Planung wackelt bereits nach ein paar Wochen: Die Einflussfaktoren haben sich weiterentwickelt, sie interagieren dynamisch – auch, wenn du sie nicht antastest. Dein kompliziertes Projekt wird komplex, denn außerhalb deines Einflussbereichs entstehen Veränderungen. 

Hier sind einmal zwei Beispiele: Du entwickelst eine App für einen sich wandelnden B2C-Markt – die Anforderungen sind plötzlich unklar. Oder du arbeitest an einem Motor, der mehr Leistung, aber einen geringeren Verbrauch aufweisen soll, wie er bislang nicht erreicht wurde – das Vorgehen ist unklar.

Wahrscheinlich gibt es auch in deinem Unternehmen noch viel mehr Szenarien, die zu komplexen Problemen führen:

  • Digitale Komponenten, die erstmals in deinem Produktkontext eingesetzt werden, funktionieren nicht wie erwartet.
  • Die technische Infrastruktur bekommt ein Update, das sich auf wichtige Schnittstellen auswirkt. Dein Team kann seine Aufgaben nicht mehr erledigen, und es droht ein Umsatzverlust.
  • Dein Auftraggeber ändert kurzfristig seine Anforderungen, den Zeitplan oder das Budget (vgl. magisches Dreieck).
  • Wichtige Stakeholder in deinem Projekt wechseln.
  • Neue Regularien verändern den Rechtsrahmen deines Produkts.
  • Deine Organisation geht durch ein umfassendes Change Management.

Diese Beispiele haben Gemeinsamkeiten, die typisch sind für komplexe Probleme:

  • Es gibt viele Faktoren, die dynamisch interagieren.
  • Es werden Muster/Zusammenhänge vermutet, die jedoch keine sind.
  • Ursache-Wirkungs-Beziehungen sind nicht eindeutig und/oder ändern sich.
  • Nur wenige Wahrscheinlichkeiten sind vorab berechenbar.

Mit den üblichen Vorgehensmodellen und Checklisten erreichst du daher keine (vollständige) Planbarkeit. Die gute Nachricht: Auch unbekannte oder sich verändernde Faktoren und unklare Zusammenhänge kannst du in den Griff bekommen.

In den kommenden Wissensbeiträgen, die in den nächsten Wochen erscheinen, beschreiben wir die vier Prinzipien, die dir dabei helfen – unter anderem durch Iteration, Lernen und Anpassung. Zur Umsetzung zeigen wir beispielhafte Methoden, die dein tägliches Management erleichtern und dir Schritt für Schritt mehr Sicherheit im Umgang mit komplexen Problemen geben. So entsteht über die einzelnen Teile hinweg ein zusammenhängendes Gesamtbild, das du direkt auf deine eigenen Projekte und Herausforderungen übertragen kannst – ganz praxisnah und direkt anwendbar. Dabei erhältst du Impulse, die du unmittelbar in deinem Arbeitsalltag einsetzen kannst.

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