Praxisbericht: Github Copilot ist der neue Junior Developer im Team

Foto des Autors
Markus Pingel
Markus Pingel

GitHub Copilot sorgt seit seiner Einführung für Aufsehen in der Entwicklerwelt. Doch was steckt dahinter? Dieser Artikel klärt anhand eines Praxisberichts auf.

Was ist der Copilot?

Copilot ist ein KI-gestützter Code-Assistent, der direkt in moderne Entwicklungsumgebungen wie Visual Studio Code integriert werden kann. Das Tool, entwickelt von GitHub in Kooperation mit OpenAI, unterstützt Entwickler*innen bei vielen wiederkehrenden Aufgaben – von der automatischen Code-Vervollständigung bis hin zum Generieren ganzer Funktionsblöcke.

In meinem aktuellen Projekt ist Copilot seit Anfang 2024 kontinuierlich im Einsatz. Ursprünglich lag die Motivation für die Einführung darin, Routineaufgaben zügiger abwickeln zu können, die Codequalität zu verbessern und die Zufriedenheit im Entwicklerteam zu steigern. Die Hoffnung: Mehr Zeit für kreative und komplexe Aufgaben.

Erste praktische Erfahrungen

Die Integration in bestehende Entwicklungsumgebungen wie Visual Studio Code verlief reibungslos. Auch die parallele Nutzung weiterer Tools wie Lintern, Formatierern oder CI/CD-Pipelines stellte keinerlei Probleme dar. Selbst in heterogenen Technologiestacks erleichtert Copilot die Arbeit durch den Wechsel zwischen unterschiedlichen Programmiersprachen und schnelle, situationsbezogene Vorschläge.

Mein persönliches Fazit

Im Alltag zeigt sich GitHub Copilot als flexibler Helfer. Besonders schätze ich die Funktionen zur Code-Vervollständigung: Copilot schlägt auf Basis weniger eingegebener Zeichen oft schon brauchbaren Code oder ganze Abläufe vor. Auch beim Schreiben von Unit Tests, der Dokumentation von Funktionen oder der Umsetzung kleiner Hilfstools punktet das Tool.

Zu den augenfälligsten konkreten Vorteilen zählt die Zeitersparnis, vor allem bei Routineaufgaben: Autovervollständigung, repetitive Code-Patterns sowie Datenmodellierung werden deutlich beschleunigt. Entwickler*innen profitieren zudem davon, dass Copilot Vorschläge für unbekannte APIs oder neue Sprachen macht. 

Herausforderungen & Grenzen

Allerdings bringt die Nutzung von Copilot auch Herausforderungen mit sich. Die Qualität der generierten Vorschläge variiert: Mitunter schlägt Copilot veralteten oder unsicheren Code vor, der nicht immer direkt übernommen werden sollte. Besonders in sensiblen Projekten gilt es, „halluzinierte“ Inhalte – also vermeintlich existierende, aber faktisch falsche Lösungen – zu erkennen und kritisch zu hinterfragen.Darüber hinaus stellen Datenschutz und Lizenzfragen zentrale Themen dar. Entwickler*innen müssen prüfen, ob durch die Übernahme von Vorschlägen potenziell urheberrechtlich geschützter oder sensibler Code in das eigene Projekt gelangt. Auch Fragen nach der langfristigen Wartbarkeit von KI-generiertem Code spielen eine Rolle.

Umgehört: Team-Feedback

Im Team wird Copilot überwiegend positiv aufgenommen. Besonders Entwicklerinnen mit weniger Berufserfahrung profitieren von den Vorschlägen, können sich schneller einarbeiten und Fehler vermeiden. Erfahrene Kolleginnen sehen den größten Nutzen darin, repetitive Aufgaben auszulagern oder sich schnell einen Überblick über neue APIs zu verschaffen.

Mit zunehmender Verbreitung im Team zeigte sich allerdings auch der Bedarf an klaren Guidelines: Wann darf Code übernommen werden, wie wird Qualität sichergestellt und welche Teile müssen immer kritisch geprüft werden?

Unser Eindruck im Team ist weitestgehend deckungsgleich mit den Ergebnissen einer Studie von GitHub und Accenture aus 2024:

Fazit & Ausblick

Lohnt sich der Einsatz von GitHub Copilot also? Im aktuellen Teamalltag zeigt sich: Besonders bei Routineaufgaben und beim Erlernen neuer Technologien entfaltet Copilot sein Potenzial. Die Arbeit wird effizienter und Entwickler*innen erhalten Unterstützung auf Augenhöhe. Gleichzeitig mahnen offene Datenschutz- und Qualitätsfragen zur Vorsicht. 

Mittelfristig sind Tests mit neuen Features wie Copilot Chat geplant, um die KI noch enger in bestehende Workflows einzubinden. Zudem bleibt im Fokus, Guidelines und Schulungen fortlaufend anzupassen, damit Copilot tatsächlich als smarte Unterstützung und nicht als Risiko im Projektalltag fungiert.

Empfehlung

Wenn Sie Hilfe bei der Einführung des Copilots wünschen, stehen wir natürlich sehr gerne zur Verfügung!

    Das könnte Dich auch noch interessieren

    KI-Agenten zwischen Hype und Realität – Eine strategische Analyse für Unternehmen

    KI-Agenten zwischen Hype und Realität – Eine strategische Analyse für ...

    Der Artikel beleuchtet, wie KI-Agenten den nächsten Schritt der digitalen Transformation einleiten: weg von reaktiven, promptbasierten Modellen hin zu proaktiver, ...
    Von der Idee zum Artikel: Wie KI meine App baut und darüber schreibt (1/3)

    Von der Idee zum Artikel: Wie KI meine App baut und darüber schreibt (...

    Hattet ihr schon man das Gefühl, Dinge zu unterschätzen? Aber nicht genau zu wissen warum? Dies habe ich mich gefragt ...
    Effizienz durch n8n 2025 - der Rückblick

    Effizienz durch n8n 2025 – der Rückblick

    Impressionen und Folien vom Fokusevent "Effizienz durch n8n" am 03.12.2025 ...