Digitalisierung als Haltung

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Sebastian Neus

Unternehmen müssen sich im Zuge der Digitalisierung neu aufstellen. Dabei werden diejenigen das Rennen machen, die die Möglichkeiten von digitalen Technologien konsequent für sich nutzen. Was Digitalisierung bedeutet und wo Sie am besten starten, wenn der erste Schritt noch nicht getan ist, erklärt Sebastian Neus im Folgenden.

Foto von Rising Digital Pitch Days: Sebastian Neus
Foto von Rising Digital Pitch Days: Sebastian Neus – Bild: ImageKollektiv GmbH

Laut der Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PwC gehörten zum 31. März 2022 zu den zehn wertvollsten Unternehmen der Welt: Meta (9), Nvidia (8), Tesla (6), Amazon (5), Alphabet (4), Microsoft (2) und Apple (1). Alle Sieben haben nicht nur gemeinsam, dass sie aus den USA stammen. Sie alle sind auch Tech-Unternehmen. Und das ist kein Zufall. Schließlich liegt in einer postindustriellen Welt das größte Potenzial darin, Wissen verfügbar zu machen und Kommunikation zu ermöglichen.

Das heißt nicht, dass in Zukunft nur noch reine Software- oder Hardware-Anbieter erfolgreich sein werden. Ich bin aber überzeugt davon, dass die Unternehmen das Rennen machen, die die Möglichkeiten von digitalen Technologien konsequent für sich nutzen. So wie Amazon, das den Handel digitalisiert und damit revolutioniert hat. Oder Tesla, das nicht nur E-Mobilität marktfähig gemacht hat, sondern bis heute das Maß für die Integration digitaler Komponenten ist.

Digitalisierung: Das eigene Unternehmen prüfen

Das eigene Unternehmen mit all seinen Facetten immer wieder kritisch daraufhin zu überprüfen, was digitale Technologien leisten könnten – das ist aus meiner Sicht Digitalisierung. Deshalb ist es in meinen Augen auch kein Projekt mit einem eindeutigen Start und einem eindeutigen Ende. Digitalisierung ist eine Haltung, die das gesamte Denken und Handeln prägt. Insofern sind vor allem die Führungskräfte gefordert. Wenn sie vorangehen, können die Mitarbeiter:innen ihrem Beispiel folgen.

Nach meiner Erfahrung aus zahlreichen Gesprächen tun sich auch Führungskräfte mit der Idee einer digitalen Transformation schwer. Was absolut verständlich ist, müssen doch die meisten von ihnen sich auf unbekanntes Terrain vorwagen.

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Digitale Transformation: Entdecken und ausprobieren

Gerade dieses Entdecken von Neuem macht aus meiner Sicht den Reiz der digitalen Welt aus. Die enorme Menge an Möglichkeiten kann allerdings anfangs etwas entmutigend wirken. Wichtig ist daher, sich die Zeit zu nehmen und unvoreingenommen irgendwo anzufangen – ganz egal wo. Veranstaltungen wie die „Digitale Woche Dortmund“ sind dafür hervorragende Gelegenheiten, weil unterschiedliche Themen leicht zugänglich sind. Ist einmal der Faden aufgenommen, ergibt sich nicht nur allmählich ein guter Überblick. Es kristallisiert sich auch immer mehr heraus, wo das persönliche Interesse liegt und was für das Unternehmen sinnvoll sein könnte.

Neben der theoretischen Auseinandersetzung empfiehlt sich unbedingt auch ein praktisches Ausprobieren. Im digitalen Kontext ist das heute keine große Schwierigkeit mehr und vor allem nicht mit einem hohen Aufwand verbunden. Es gibt etliche Tools, die kostenlos genutzt werden können. So lassen sich leicht erste Szenarien realisieren, die zeigen, was möglich ist und was wirklich einen Nutzen bringt.

Szenarien finden

Dabei lohnt es sich mit Szenarien zu starten, die an Bekanntes anknüpfen. So wurden schon in der Vergangenheit alle möglichen Geschäftsprozesse digitalisiert, um Kosten zu senken, schneller zu sein oder den Wert eines Produktes zu erhöhen. Mit innovativen Technologien lässt sich das weiter fortsetzen. Beispielsweise haben zahlreiche Versicherungen ihre Prozesse digitalisiert und damit Informationen online für Kund:innen zugänglich gemacht. Der Vorteil dieser Self-Services besteht darin, dass Aufgaben von Kund:innen selbst übernommen werden können. Das spart Zeit auf Seiten der Versicherung und schafft Transparenz für die Nutzer:innen.

Aus unserer Zusammenarbeit mit Firmen wissen wir bei Conciso, dass der erste Schritt der schwerste ist. Wenn er erst getan ist, entfaltet er riesiges Potential. Wichtig ist, einfach zu starten, ohne alles bis ins letzte Detail durchzuplanen. Denn: Digitalisierung ist eine Haltung und kein Projekt.

Produkte wie Dunstabzugshauben, Kaffeemaschinen oder Waschmaschinen, die sich automatisch melden, wenn Verbrauchsmaterialien ausgetauscht werden müssen, sind ein weiteres Beispiel dafür, wie Unternehmen Möglichkeiten von digitalen Technologien für sich nutzen. Der Online-Verkauf von Tickets und die Identifikation mit dem Smartphone in Freizeiteinrichtungen hat insbesondere während der Corona-Pandemie an Relevanz gewonnen und ist nun zum neuen Standard geworden. Wer keinen Online-Verkauf anbietet, hat beinahe verloren. Ganz abgesehen von der Kund:innenbindung, die hier genau wie bei den oben genannten Konsumprodukten geschaffen wird.

Erfahren Sie hier, wie Unternehmer mit diesen 4 essenziellen Faktoren selbst die herausforderndsten Zeiten überwinden können.

Ursprünglich ist dieser Beitrag in den Ruhrnachrichten erschienen: „Digitalisierung als Haltung“.

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