Make it happen: Kontinuierliche Verbesserung (5/5)

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Sebastian Neus
Sebastian Neus

Kontinuierliche Verbesserung entsteht nicht von allein. Wer Lernkultur fördert, Erkenntnisse systematisch nutzt und Maßnahmen konsequent verfolgt, entwickelt Produkte, Prozesse und Zusammenarbeit nachhaltig weiter.

Kontinuierliche Verbesserung ist ohne eine gelebte Lernkultur kaum möglich. Deshalb solltest du „Lernkultur fördern“ zu einem wichtigen Ziel machen. Dafür brauchst du Strukturen, die Erkenntnisse ermöglichen. Und du solltest dir regelmäßig Zeit für Verbesserungen und die Nachverfolgung vereinbarter Aktivitäten nehmen.

Vorab ein wichtiger Gedanke: Erst der respektvolle, wertschätzende Umgang untereinander, den du und andere Führungskräfte vorleben, ermöglicht einen offenen Austausch über Verbesserungspotenziale. Im Gespräch solltest du Probleme zunächst nur beschreiben, nicht bewerten – und dabei immer annehmen, dass jede Person nach bestem Wissen und mit den besten Absichten gehandelt hat.

Erkenntnisse gewinnen – alte Fehler vermeiden

Erkenntnisse gewinnen und dafür sorgen, dass Fehler nur einmal gemacht werden – dieses Vorgehen unterstützt dich dabei:

  • Für den erkenntnisfördernden Rahmen führt ihr feste Iterationslängen ein. Alle zwei Wochen wird beispielsweise geplant und ein Review mit Ergebnisbewertung durchgeführt. Zudem nehmen sich dein Team und du dir Zeit, kontinuierliche Verbesserungen zu sammeln und Aktivitäten für die Umsetzung festzuhalten.
  • Dabei sollte der Zeitpunkt angemessen sein. Manchmal bieten sich Meetings alle zwei Wochen an, manchmal eignen sich feste Zeiten alle drei bis sechs Monate, um Problemstellungen zu analysieren und in eine Aktionsliste mit Verantwortlichkeiten zu überführen. Euer Ziel dabei: Mängel, die einmal besprochen sind, sollten nicht erneut auftreten.

Besprechen und Lösen von Problemen: die „5-Stages“-Methode

In Verbesserungs-Meetings hat sich die „5- Stages“-Methode zum Besprechen und Lösen von Problemen bewährt:

Set the Stage: Worum geht es heute, warum sind wir hier? Welche Methodik setzen wir ein? Welche Regeln gelten in diesem Meeting? Was sollte bis heute geklärt sein?

Gather Data: Wir sammeln Daten und Fakten: Von “Was ist nicht gut gelaufen?” bis hin zur „Starfish-Retrospektive” ist alles möglich. Hierbei findet keine Wertung statt. Dein Team und du beschreibt nur, was ihr beobachtet habt. Niemand wird „an den Pranger“ gestellt.

Generate Insights: Du fasst gefundene Probleme zusammen, priorisierst und versuchst, die Grundursache (Root Cause) zu finden. Falls ihr dabei bei oberflächlichen Symptomen stecken bleibt, könnt ihr die Methode „5-Why“ anwenden. Vereinfacht gesagt: Fünfmal „warum?“ gefragt und beantwortet, führt fast immer zur eigentlichen Ursache eines Problems.

Define Actions: Um die Grundursache zu eliminieren, beschließt ihr gemeinsam passende Aktivitäten, die umgesetzt werden.

Closing: Hier fasst ihr die Ergebnisse zusammen, legt fest, wie das Team mit den vereinbarten Aufgaben umgeht und wann das nächste Treffen sein wird.

Alle Ebenen einbeziehen

In der Beratungspraxis treffen wir häufig auf mehr oder weniger gut funktionierende Verbesserungsprozesse direkt auf der Entwicklungsebene. Wichtig sind aber alle Ebenen deines Unternehmens: Firma, Bereich, Abteilung, Portfolio, Produkt. Auch auf den unterschiedlichen technischen Ebenen solltet ihr in regelmäßigen Abständen Verbesserungen anstoßen.

Checkliste: Lernen und kontinuierliche Verbesserung

Wie sieht es in eurem Unternehmen aus? Überprüft, wie viele Punkte ihr mit Ja beantworten könnt:

  • Es gibt klar definierte und gleichlange Zyklen, in denen wir arbeiten.
  • Lernkultur ist im Unternehmen gewünscht und vorhanden.
  • Wir haben eine effiziente Meeting-Struktur.
  • Probleme offen ansprechen ist die Regel.
  • Es gibt eine verbindliche Methodik für Verbesserungen.
  • Für Verbesserungen nehmen wir uns auf allen Ebenen Zeit.
  • Wir bleiben dran – und setzen die vereinbarten Verbesserungen kontinuierlich um.

Was könnte euer nächster Schritt sein?

Egal, ob Meetings, Entscheidungsfindung, Zusammenarbeit, iteratives Vorgehen, Selbstorganisation oder kontinuierliche Verbesserung: Kein Unternehmen, keine Organisation ist perfekt.

Es lohnt sich, die eigenen Stärken und Schwächen zu erkunden – und mit erprobten Methoden dort anzusetzen, wo euer Unternehmen am meisten profitiert.

Wenn du Interesse an einem Benchmarking für deine Organisation hast oder eine Beratung dir weiterhelfen kann, sprich uns einfach an.

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