KI am Arbeitsplatz

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Michael Didion
Michael Didion

„Wer keine internen Regelungen vorgibt, ob und wie generative KI im
Arbeitsalltag eingesetzt werden darf, kann davon ausgehen, dass sich
Beschäftigte und andere Angehörige der Organisation eigenmächtig und
unkontrolliert der neuartigen Hilfsmittel bedienen.“ – Der Hamburgische
Beauftragte für Datenschutz und Informationsfreiheit

Das ist so, als würde man die Bürotür offen lassen und hoffen, dass sich jeder nach den Regeln des Anstands verhält. Für jedes Unternehmen ist es daher empfehlenswert, eine effektive Ki-Richtlinie zu haben. Diese Regelung dient als Leitfaden für die Anwendung und Implementierung von Künstlicher Intelligenz, um zu gewährleisten, dass sie in Übereinstimmung mit Unternehmenswerten, ethischen Standards und rechtlichen Anforderungen eingesetzt wird.

Ohne eindeutige Richtlinien könnten Unternehmen mit Herausforderungen und Risiken konfrontiert sein, die von der Verletzung des Datenschutzes und der neuen KI-Verordnung (https://ai-act-law.eu) bis hin zu Verletzungen ethischer Normen reichen. 

Eine gut durchdachte und sorgfältig umgesetzte KI-Richtlinie kann das Unternehmen daher vor diesen Risiken schützen und gleichzeitig sicherstellen, dass die Vorteile der KI voll ausgeschöpft werden – indem klare Anweisungen für ihren Einsatz gegeben werden, die Missbrauch verhindern und einen verantwortungsvollen Umgang mit dieser Technologie fördern.

Anwendungsbereich

Eine Richtlinie soll definieren auf welche Anwendungen sie sich bezieht. Dabei sollte die Frage gestellt werden: Ist das eine Richtlinie nur für meine eigenen KI-Anwendungen oder soll das auch eine Richtlinie für nicht lizensierte Anwendungen sein. Letzteres bezieht sich auf Anwendungen, die von Dritten entwickelt und nicht ausdrücklich vom Unternehmen lizenziert oder genehmigt wurden, die jedoch potenziell von Mitarbeitern für geschäftliche oder professionelle Zwecke genutzt werden könnten.

Ethische Standards

Bei der Entwicklung einer KI-Richtlinie sollte das Unternehmen klar definieren, wie KI eingesetzt werden soll – und ebenso klar, wie nicht. Diese ethischen Leitlinien schaffen Orientierung und grenzen den verantwortungsvollen Einsatz von Technologie ab. Ein zentraler Aspekt ist hierbei die Transparenz: Sowohl der Einsatz von KI-Systemen als auch deren Kennzeichnung sollten klar und nachvollziehbar geregelt sein – ein Prinzip, das sich beispielsweise auch in Artikel 50 der KI-Verordnung (KI-VO) wiederfindet (https://ai-actlaw.eu/de/artikel/50/). 

Ein weiterer entscheidender Punkt ist die Verantwortung bei der Einführung und Verwendung von KI. Hier sollte festgelegt werden, wo die Grenzen für automatisierte Entscheidungen liegen, und wie sich diese Entscheidungen nachvollziehbar gestalten lassen. In der Praxis bedeutet dies auch, Mitarbeitende in die Lage zu versetzen, Ergebnisse von KI-Systemen kritisch zu hinterfragen: Sind diese wahrheitsgemäß, nachvollziehbar und frei von Diskriminierung? Nur durch einen fundierten und reflektierten Umgang kann gewährleistet werden, dass KI den ethischen Standards des Unternehmens entspricht.

Datenschutz

Auch bei KI spielt der Datenschutz eine große Rolle, denn nicht nur die Prompts können schützenswerte Daten enthalten, sondern auch die Antworten der KI und die Trainingsdaten. Darum sollte festgehalten werden, was bei der Interaktion mit KI zu beachten ist und noch viel wichtiger bei der Entwicklung neuer KI-Anwendungen. Die neue KI-Verordnung verfolgt einen risikobasierten Ansatz, welche KI-Systeme in Systeme mit minimalem, hohem Risiko und verbotenen Systeme unterteilt. Eine enge Zusammenarbeit mit dem Datenschutz, Umgang mit einer KI und Anforderungen an neue KI-Anwendungen sollten in einer KI-Richtlinie nicht fehlen.

KI-Kompetenz im Unternehmen

Damit Ihre Richtlinie im Einklang mit der KI-Verordnung Artikel 4 KI-Kompetenz (https://ai-act-law.eu/de/kapitel/4/) ist, sollte festgelegt werden, wie Mitarbeiter gezielte Schulungen erhalten. Nur durch eine Kombination aus klaren Vorgabenund umfassender Mitarbeiterqualifikation lässt sich ein ethischer und reflektierter Einsatz von KI sicherstellen.

Fazit

Der Einsatz von generativer KI bietet Unternehmen große Chancen, birgt jedoch auch Risiken wie Datenschutzverstöße, Nichteinhaltung der KI-Verordnung oder Verletzungen ethischer Standards. Eine klare KI-Richtlinie ist essenziell, um den Umgang mit KI transparent, ethisch und rechtssicher zu gestalten. Sie definiert Anwendungsbereiche, fordert klare Verantwortlichkeiten und stellt durch Schulungen die Handlungsfähigkeit der Mitarbeitenden sicher. So können Unternehmen die Vorteile von KI voll ausschöpfen und gleichzeitig unkontrolliertes Anwenden und rechtliche Risiken minimieren.

Quellen

https://www.bitkom.org/Bitkom/Publikationen/KI-Datenschutz-Praxisleitfaden

https://landgraf-datenschutz.de/ki-im-unternehmen-so-erstellst-du-eine-richtlinie-mit-augenmass/

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