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Wenn es um Design in der Softwareentwicklung geht, sind sich die meisten einig, dass wir Softwarearchitekten und -entwickler die Experten für diesen Job sind. Im Gegensatz dazu lässt sich jedoch beobachten, dass wir Experten übermäßig viel über technische Schulden diskutieren. Schulden, die wir im Laufe der Historie in ihre Software eingeführt haben und (hoffentlich) versuchen wieder abzubauen.

Beim fachlichen Design unserer Anwendung spielen Domänenexperten für die Erarbeitung unseres Domänenwissens eine entscheidende Rolle. Was wir dabei häufig vergessen, ist, dass wir Entwickler im Laufe der Zeit mit die erfahrensten Domänenexperten werden. Die Historie unseres Codes sollte daher unsere Erfahrung zu bestimmten Zeitpunkten und damit auch unseren Lernprozess über die Fachdomäne widerspiegeln.

Wenn wir Entwickler als (Domänen-)Experten jedoch eben diejenigen sind, die technische Schulden in die Software einführen, müssen wir die Frage aufwerfen, wie viele fachliche Schulden bzw. Modellierungsschulden wir im Laufe der Zeit eingeführt haben. Bei der Analyse von Schulden tendieren wir dazu, den aktuellen Status unseres Modells zu betrachten. Wir versuchen vorherzusagen, wie das Modell in Zukunft aussehen könnte oder sollte. Dabei ignorieren wir jedoch eine große Wissensquelle; die Historie unseres Codes. Es ist mir ein Rätsel, warum wir diese Code-Historie selten berücksichtigen, wenn wir unsere Fachdomäne (neu)erlernen oder sie (neu)gestalten, um zukünftige Geschäftsanforderungen zu erfüllen.

In diesem Vortrag lernt ihr, warum technische Schulden nicht technisch sind. Ihr werdet sehen, warum die Code-Historie für eine Analyse von Schulden wichtig ist und was das alles mit unserem Verhalten zu tun hat.

Referent: Sven-Torben Janus (Conciso)