Ein Werkstudent ist ein „Vollzeitstudent“, der neben dem Studium noch in einem fachbezogenen Unternehmen arbeitet. Das Konzept hat vor allem zwei Vorteile: Es bietet praktische Erfahrung im eigenen Fachgebiet und es hilft, nach dem Studium einen guten Arbeitsplatz zu bekommen. 

Mein Name ist Robin Meese. Ich bin 25 Jahre alt und studiere Praktische Informatik an der Westfälischen Hochschule Gelsenkirchen (WHS). Schon vor dem Studium hatte ich eine Ausbildung als Informationstechnischer Assistent abgeschlossen. Schon in dieser Ausbildung war für mich klar, dass ich in Richtung Softwareentwicklung gehen möchte. Um ein tieferes Verständnis für Informatik zu bekommen, habe ich dann das Studium an der WHS in Angriff genommen.  

Warum Werkstudent? 

In der Ausbildung und auch im Studium hatte ich nur „Wegwerfprogramme“ produziert, die nie kontrolliert und auch nie ausgeführt wurden. Das sollte nicht der Maßstab sein. Ich wollte mehr. Vielleicht mal etwas Größeres schreiben, etwas, das auch in der Praxis nützlich ist. Mir war bewusst, dass im vierten bis ins fünfte Semester hinein das Softwareprojekt anstünde. Doch aus den Berichten meiner Kommilitonen wusste ich, dass auch dort 95% aller Programme nach dem Softwareprojekt nicht weitergeführt wurden – geschweige denn zu Opensource gemacht worden wären. Zudem hatte ich das Gefühl, dass in der realen Welt Programmierer völlig andere Ansätze verfolgen, um an ihr Ziel zu kommen.  

An diesem Punkt stand für mich fest, dass ich mir einen WerkstudentenJob suchen werde, um weiterhin Spaß an der Materie zu haben 

Wie wird man Werkstudent? 

Ich informierte mich zunächst bei meiner Fachschaft. Dort gibt es ein schwarzes Brett mit aktuellen Jobangeboten. Als ich diese von Zeit zu Zeit anschaute, fiel mir auf, dass nach dem Studium ausschließlich Leute mit mindestens einem Jahr Berufserfahrung gesucht werden. Wie sollte das funktionieren, wenn ich im Studium nicht bereits anfangen würde, nebenbei zu arbeiten? Es war offensichtlich eine gute Idee, einen Werkstudenten-Job zu suchen. 

 Da ich am schwarzen Brett nicht fündig geworden bin, habe ich mich im Internet auf die Suche gemacht. Die Seite Indeed war in diesem Fall eine riesen Hilfe. Anfangs habe ich meine Suche auf den Umkreis meine Wohnorts Castrop-Rauxel und meiner Hochschule in Gelsenkirchen gelegt. Doch relativ schnell wurde klar, dass die meisten IT-Unternehmen ihren Sitz eher in Dortmund, Bochum oder Essen haben. Ich musste also den Suchradius etwas erweitern. 

Ich habe sieben Bewerbungen per Mail geschrieben. Darin hatte ich meine Beweggründe für den Werkstudenten-Job dargestellt und meinen Lebenslauf, mein Abiturzeugnis sowie mein Ausbildungszeugnis beigelegt.  

Wie wurde ich Werkstudent bei Conciso? 

Nach kurzer Zeit hatte ich ein erstes Telefonat mit Patrick, in dem wir uns über meine Interessen und Motivation für eine Werkstudentenstelle unterhalten haben. Dabei konnte ich von den Technologien erzählen, mit denen ich Erfahrungen gesammelt habe und welche Kenntnisse ich aus dem Studium mitbringe. Das Gespräch verlief locker und sympathisch und hatte nichts von einem steifen Bewerbungsgespräch. Leider hat der Zeitpunkt meiner Bewerbung jedoch nicht gepasst, da keine Kapazitäten mehr vorhanden waren. Ich sollte mich dann nochmal Anfang des Jahres melden, da sich noch mal was ändern könnte und der Gesamteindruck positiv war. Das musste ich dann aber nicht mehr, weil sich Patrick von sich aus nochmal Anfang Dezember angerufen hat und ich zum persönlichen Gespräch mit der Geschäftsführung eingeladen wurde. Im Gespräch hatte ich natürlich die Möglichkeit mir einen Eindruck vom Unternehmen zu verschaffen und mögliche Fragen zu klären. Insgesamt verlief auch dieses Gespräch locker und sympathisch. Nach dem sehr guten Verlauf hatte ich bereits nach drei Tagen die Zusage bekommen und konnte im Januar direkt starten. 

Wie ist es als Werkstudent bei Conciso? 

An meinem ersten Tag wurde mir das Unternehmen gezeigt und die Mitarbeiter vorgestellt. Dann wurde ich meinem Mentor vorgestellt. Er erklärte mir den Hintergrund und den aktuellen Stand des Projekts, an dem ich mitarbeiten sollte. Das Projekt ist ein Plug-In für die Plattform Jira. Die hauptsächlichen Programmiersprachen in diesem Fall sind Java, Javascript und Velocity 

Ich durfte schon von Beginn an eigenständig arbeiten und Verantwortung für einzelne Arbeitspakete übernehmen, die ich dann selbstorganisiert bearbeiten konnte. Das war für mich schon etwas komisch, da ich es aus der Hochschule gewohnt war, einzelne klare Aufgaben zu erhalten. Vor allem war immer auch der Lösungsansatz bereits vorgegeben. Doch hier war es anders. Ich durfte viel ausprobieren und abwägen, welche Lösung die sauberste für unseren Anwendungsfall ist. Durch die enge Betreuung meines Mentors, konnte ich mir immer Hilfe holen, wenn ich nicht weiterkam. 

Von Anfang an wurde von mir selbstständiges Arbeiten verlangt und auch von allen anderen vorgelebt. Es geht darum, Eigeninitiative zu zeigen und sich für das Unternehmen ins Zeug zu legen. Ein gutes Beispiel dafür ist dieser Blogpost hier. Ich wurde nicht dazu verdonnert, ihn zu schreiben. Die Idee zu diesem Post kam von einem Kollegen und ich habe mir gedacht, dass das für den einen oder anderen (und vielleicht auch für Dich) interessant sein könnte.   

Da ich natürlich auch noch ganz normal meine Module im Studium bewältigen muss, muss ich mich selbst organisieren. Da ich keine festen Arbeitszeiten in der Vorlesungszeit habe, muss, konnte ich planen, wann ich welche Arbeiten schaffen möchte. Da ist es natürlich von Vorteil, dass ich mit dem Firmenlaptop überall arbeiten kann.  

Bis jetzt habe ich schon viel gelernt. Das fängt bei der Arbeitshaltung an und hört bei den Tools, die mir bei der Entwicklung helfen, nicht auf.  

Was mich persönlich noch interessiert, ist das Arbeiten im ScrumTeam mit verteilten EntwicklerTeams. Wie sehr große Projekt geplant und durchgeführt werden. Und ich weiß, dass ich das bei Conciso auch noch aus erster Hand erleben werde.  

Kommen wir nun zu einem schwierigen Punkt: Die Belastung neben dem Studium. Natürlich ist die Belastung immer subjektiv und hängt von mehreren Faktoren ab: von der Anzahl der Studien-Module, davon, wie fordernd sie sind und wie ich mir meine Arbeit einteile. Bis jetzt bin ich gut damit gefahren, alle vorgeschriebenen Module erst einmal anzufangen und dann abzuwägen, ob diese mich überfordern. Ich habe mir meinen Stundenplan so gelegt, dass ich die komplette Präsenzzeit der Hochschule auf 3-4 Tage verteile. Dadurch habe ich die restlichen 1-2 Tage, um mich vollständig auf die Arbeit bei Conciso konzentrieren zu können. Das handhabe ich aber auch flexibel. Wenn ich mehrere Freistunden habe, nutze ich diese für mein Projekt. Und wenn ich es in der Woche nicht schaffe, alle Praktika oder Übungsaufgaben zu bearbeiten, muss ich diese dann am Wochenende erledigen. Natürlich ist es in einer Klausurphase stressiger als im Rest des Semesters, aber in dieser Phase räumt mir Conciso die Zeit ein, die ich brauche, um mich auf die Klausuren konzentrieren zu können. Es tut gut zu wissen, dass mein Studium auch für das Unternehmen Vorrang hat. 

Natürlich wäre es schöner, nur die Hochschule besuchen zu müssen. Aber bis jetzt macht mir die Arbeit bei Conciso wirklich Spaß und ich bin gern bereit, meine Zeit zu investieren. Die praktische Umsetzung von Gelerntem gibt mir schon mal einen Vorgeschmack auf die Arbeitswelt und ermöglicht mir jetzt schon Sachen auszuprobieren und zu lernen, die ich alleine durch das Studium nicht könnte. 

Mein Fazit 

Den Weg, den ich eingeschlagen habe, bereue ich in keiner Weise. Ich habe ein sehr gutes Unternehmen mit netten, freundlichen und hilfsbereiten Kollegen gefunden. Conciso ist wirklich daran interessiert, dass ich mich selbständig weiterbilde. Ich bin überzeugt, dass mir der WerkstudentenJob für meine weitere Karriere von Nutzen sein wird. Das, was ich hier gelernt habe und auch noch lernen werde, wird mich von den Studenten unterscheiden, welche wirklich nur das Studium gemacht haben.