Agile Methoden wie z.B. Scrum sind optimal geeignet, um agile Produktentwicklung schnell und kosteneffizient durchzuführen. Durch kurze Entwicklungszyklen hat man als Product Owner die Möglichkeit, zeitnah auf äußere Einflüsse und veränderte Marktsituationen zu reagieren, um das Produkt für Kunden stets zu optimieren.

Der No-Brainer: Produktentwicklung mit einem Team

Befinden Sie sich in der glücklichen Lage, mit nur einem Team Ihr Produkt agil entwickeln zu können? Wenn Sie mit mehreren Teams arbeiten, stehen Sie plötzlich vor neuen Problemen:
– Wie bekommen Sie die Abhängigkeiten der Teams untereinander in den Griff?
– Wie können Sie mit vertretbarem Aufwand herausfinden, wann ein Release realistisch möglich ist, damit Sie z.B. Werbung schalten können?
– Wann wird welches Feature in den einzelnen Teams fertig?
– Wo und wann kommt es zu Engpässen durch Urlaub und Abwesenheit?

 

Die Herausforderung: Produktentwicklung mit mehreren Teams

Es ist kaum noch möglich, ein Produkt nur mit einem Entwicklungsteam realisieren zu können. Dazu sind die Anforderungen in der Softwareentwicklung zu komplex, die Time-To-Market-Zeit zu kurz und die Anforderungen an marktreife Produkte zu groß.
Im Laufe einer Produktentwicklung stellen Sie sich oder Ihre Stakeholder zunehmend diese oder ähnliche Fragen:
– Wann ist das Produkt am Markt?
– Wo stehen wir überhaupt?
– Was wäre, wenn…?

Wann ist das Produkt am Markt?

Arbeiten Sie mit mehreren Teams an dem Produkt, dann hat jedes Team seinen eigenen Backlog und arbeitet den nach besten Wissen und Gewissen ab. Leider passiert das nicht immer synchronisiert:  es wird gewisse Reibungsverluste geben, die den Marktstart eines Produkts beeinflussen. Das lässt sich abmildern, indem Sie einen zentralen Product Backlog etablieren und die Product Owner an diesem Backlog gemeinsam arbeiten.
Trotzdem ist die Frage nach einem Termin für den Marktstart immer noch schwer zu beantworten, denn auch ein zentrales Backlog löst nicht die  Abhängigkeitsprobleme, die mehrere Teams zwangsläufig haben werden.

Wo stehen wir überhaupt?

Eine sehr interessante Frage, die sich teamübergreifend oft nicht zuverlässig beantworten lässt. Für solche Fragestellungen existieren oft – mehr oder wenig aufwändige – Excelsheets oder Powerpoint-Präsentationen, die jeweils von Hand erstellt wurden und höchstens einen Sprint Aktualität bieten.

Was wäre, wenn…?

Mit einem Marktstart sind häufig noch andere Investitionen verbunden, z.B. Werbung oder Partnerschaften. Ein fixer Releasetermin bietet nur scheinbare Sicherheit – und wenig Flexibilität zur Reaktion auf aktuelle Erkenntnisse. Daher stellt sich oft die Frage, wie bestimmte Einflüsse sich auf diesen Termin auswirken würden. Typische Einflüsse sind:
– Die Entwicklung des Produkts schreitet nicht so schnell voran wie gedacht
– Sie können die Produktteams mit Spezialisten verstärken
– Bestimmte Features werden aus dem Release entfernt oder hinzugefügt

 

Agilität bedeutet nicht die Abwesenheit von Planung

 

Ist Portfoliomanagement die Lösung?

Ein Portfolio beinhaltet alle Werte eines Unternehmens oder eines Produkts. In einem Portfolio ist es möglich, bestimmte Werte abzustoßen, neue Werte hinzuzunehmen und Werte umzupriorisieren. Letztendlich sehen Sie, was Ihr Portfolio zu einem bestimmten Zeitpunkt wert ist. Zudem erhalten Sie auch eine Vorhersage, wieviel es zu einem zukünftigen Zeitpunkt wert sein könnte.
Betrachten wir ein Portfolio im Kontext einer Produktentwicklung, dann entsprechen die einzelnen Features mit ihrem Business-Value den Werten im Portfolio. Sie können Features umschichten, neu hinzunehmen und nicht mehr wertvolle Features entfernen. Die Zeitpunkte könnten Ihre anvisierten Releasetermine sein: Sie möchten herausfinden, ob der Wert Ihres Produkts zu so einem Releasetermin groß genug ist, um es am Markt zu veröffentlichen.

Anforderungen an ein Portfoliomanagement-System

Ein solches System muss nicht nur den Wert Ihres Produkts ermitteln können, es muss auch noch andere Fähigkeiten haben:

Weitere Features eines Portfoliomanagement-Systems für die agile Produktentwicklung

Weitere Features eines Portfoliomanagement-Systems

 

Ressourcenplanung

Sie können verwalten, welche Mitarbeiter zu welchen Zeiten verfügbar sind. Dies hat unmittelbaren Einfluss auf die Entwicklungsgeschwindigkeit und den Wert Ihres Produkts zu definierten Zeitpunkten

Meilensteinplan

Unter diesem sperrigen Begriff verbergen sich Ihre Releasetermine. Sie benötigen ein System, mit dem Sie diese Termine flexibel in einem bestimmtem Rahmen verwalten können.

Abhängigkeiten

Auch wenn Sie die beste Architektur in Ihrem Produkt haben, Sie werden nicht ganz ohne Abhängigkeiten zwischen den Teams auskommen. Darüber hinaus kann es Ihnen passieren, dass Sie zeitliche Abhängigkeiten einplanen müssen, die nicht in Ihrer eigenen Produktentwicklung entstanden sind (z.B. Messen, gesetzliche Änderungen, Zulieferungen).

Teamzusammensetzung

Ein Portfoliomanagement-System sollte Sie auch bei der Teamzusammensetzung unterstützen. Sie haben stets Mitarbeiter, die auf bestimmte Skills spezialisiert sind. Gute Teamzusammensetzung zahlen direkt auf den Wert Ihres Produkts ein.

Portfolio-Steuerung

Wenn Sie beobachten, dass die Zusammensetzung der Features Ihres Produkts nicht mehr Ihren gesetzten Zielen entspricht oder einen zu geringen Wert produzieren, müssen Sie dagegen steuern und reagieren. Ein gutes Portfoliomanagement-System unterstützt Sie dabei, indem es Ihnen einen Monitor bietet, mit dem Sie Ihren Portfolio-Wert überwachen können.

Szenarien

Die zwei berühmtesten Szenarien sind wohl das Best-Case- und das Worst-Case Szenario. Mit Szenarien können Sie Effekte simulieren, die während einer Produktentwicklung eintreten können:
– Die Fertigstellung verzögert sich
– Die Team-Performance ist höher oder niedriger als erwartet
– Externe Zulieferungen sind später verfügbar
– Der Scope des Produkts wird angepasst

Portfolio for Jira – Das Portfoliomanagement-System für Jira

Jira von Atlassian ist als einfach bedienbarer Bugtracker entstanden. Mit den Jahren wurde der Funktionsumfang immer mehr erweitert. Die größte Änderung an Jira war die Integration von Greenhopper, einer Erweiterung, die die Arbeit in agilen Teams adressierte. Inzwischen ist diese Erweiterung integraler Bestandteil von Jira und bietet einen erweiterten Umfang für Scrum- und Kanban-Projekte.
Eine Erweiterung der Jira-Familie ist Portfolio for Jira. Ziel dieser Erweiterung ist es, agile Produktentwicklung mit mehreren Teams managen zu können. In der aktuellen Version sind die oben beschriebenen Anforderungen an ein agiles Portfoliomanagement abgedeckt. Ein sehr großer Pluspunkt ist die nahtlose Integration in Jira. Falls Sie Ihre agile Produktentwicklung bereits mit Jira durchführen, dann profitieren Sie von der tiefen Integration von Portfolio for Jira: Sie können die gleichen Epics, Stories, Bugs und Tasks verwenden, die Sie in Ihren agilen Boards bereits angelegt haben!

Jira & Portfolio for Jira

Zusammenarbeit zwischen Jira und Portfolio for Jira

Fokus auf die agile Arbeitsweise

Im Gegensatz zu anderen Produkten fokussiert sich Portfolio for Jira auf die agile Arbeitsweise. Sie können mit Sprints arbeiten, bekommen Forecasts über die Kapazitäten Ihrer Teams auf Sprintbasis, können Lieferzeitpunkte verwalten, Teamzuordnungen bestimmen, haben leistungsfähige Szenarien und ein Reporting für höchste Transparenz.

Wie geht es weiter

In Teil 2 erfahren Sie, wie Sie Ihr Portfolio in nur 6 Schritten aufsetzen können, und Sie lernen einige Features von Portfolio for Jira kennen.